Warum manche Führungskräfte fachlich stark sind – und trotzdem beruflich stagnieren
Diese Beobachtung ist keine Theorie, sondern stammt aus meiner täglichen Arbeit.
Seit über 20 Jahren begleite ich Führungskräfte in Executive-Search-Mandaten, bei Wechseln und in Standortbestimmungen – und immer wieder auch in Phasen, in denen eigentlich alles gut läuft und sich trotzdem etwas zäh anfühlt. Nicht alle Führungskräfte kennen dieses Thema. Viele sind klar, wirksam und entwickeln sich kontinuierlich weiter. Aber es gibt einen Teil, der fachlich sehr stark ist, Verantwortung trägt, anerkannt ist – und dennoch irgendwann merkt:
„Ich trete irgendwie auf der Stelle.“
Oft ist es kein akutes Problem. Kein Druck von aussen. Es ist eher dieses diffuse Gefühl, dass Ziele an Schärfe verlieren und der Alltag zwar funktioniert, aber nicht mehr richtig antreibt.
Was ich dabei immer wieder sehe
Stagnation entsteht selten aus fehlender Kompetenz. Sie entsteht aus fehlender Reflexion – und fehlender Klarheit über Werte, Haltung und Führung. Gerade erfahrene Führungskräfte verlassen sich stark auf ihre Routine. Das ist verständlich. Gleichzeitig verändern sich Werte, Prioritäten und das eigene Führungsverständnis mit den Jahren. Wer hier nicht bewusst hinschaut, verliert nicht Kompetenz – sondern Richtung.
Warum Sparring so wichtig ist
Jede gute Führungskraft braucht einen Sparringpartner. Jemanden ausserhalb des eigenen Systems. Keine interne Stimme, kein politischer Filter, keine Erwartungshaltung. Sondern eine Person, die zuhört, hinterfragt, spiegelt – und auch unbequeme Fragen stellt. Viele merken erst im Gespräch, wie lange sie bereits mit denselben Mustern arbeiten oder Entscheidungen vor sich herschieben. Und genau dort liegt der Hebel: innehalten, neu ausrichten, bewusst entscheiden. Ein Sparringpartner hilft nicht, weil man schwach ist – sondern weil man wachsen will. Weil man wieder klare Ziele setzen, Fortschritte sichtbar machen und bewusst in Bewegung kommen möchte.
Es ist nie zu spät für neue, grosse Ziele! (auch nicht mit 55, 60, 70…)
Ein Satz, den ich oft höre, lautet:
„In meinem Alter lohnt sich das nicht mehr.“
Das halte ich für falsch. Nicht das Alter bremst – sondern fehlende Ziele. Colonel Sanders begann erst mit über 60 Jahren damit, KFC als Franchise aufzubauen. Entscheidend war nicht sein Alter, sondern sein Wille, nochmals etwas zu bewegen. Entscheidend ist nicht, wie alt man ist. Entscheidend ist, ob man sich noch echte, spannende Ziele setzt.
Ein persönlicher Ausblick
Aktuell liegt mein Fokus stark auf Executive Search und dem Aufbau neuer KI-gestützter Tools und Automatisierungen bei Extendis. Sobald diese Systeme stabil laufen, werde ich ab der zweiten Jahreshälfte wieder Karriere-Boxenstopps für Führungskräfte anbieten. Kompakte Formate zum Innehalten, Nachjustieren und Weitergehen.
Im Zentrum stehen dabei:
- Haltung
- Werte
- Ziele
- und wirksame Führung
Persönlich, praxisnah und ohne Blabla. Weitere Informationen folgen zu gegebener Zeit.
Schlussgedanke
Nicht jede Führungskraft braucht einen Neustart. Aber wer spürt, dass Klarheit fehlt, sollte hinschauen. Klarheit ist kein Selbstzweck. Sie ist die Voraussetzung für wirksame Führung.
Motivierte Grüsse,
Marc Thurner / Extendis AG